Feiertagsregelung evangelisch, altkatholisch, evangelisch-methodistisch

Feiertagsregelung

evangelisch, altkatholisch, evangelisch-methodistisch

Zur Erinnerung: bezugnehmend auf unsere Aussendung vom März 2019 “Eilmeldung bezüglich des Karfreitags”.

Der Karfreitag ist seit 2019 kein Feiertag mehr – es sei denn, man macht ihn zum “persönlichen Feiertag”. Die bzw. der Bedienstete hat dann Anspruch auf Urlaub an diesem Tag, die Dienstgeberin bzw. der Dienstgeber kann ihn nicht ablehnen. Einen zusätzlichen Urlaubstag gibt es dafür allerdings nicht.

Der persönliche Feiertag muss drei Monate zuvor bei der Dienstgeberin bzw. dem Dienstgeber angemeldet werden.

Diese Regelung kann für den Karfreitag angewendet werden, sowie für jeden anderen Tag im Kalenderjahr. Den Anspruch für einen „persönlich Feiertag“ hat jede bzw. jeder Bedienstete einmal pro Urlaubsjahr.

Andere Feiertage die Angehörige der evangelischen, altkatholischen und evangelisch-methodistischen Kirche betreffen, bleiben weiterhin wie gewohnt erhalten.

Dienstordnung 1994, Vertragsbedienstetenordnung 1995, Wiener Bedienstetengesetz

§48.2b)                    §25(2b)                           §46(3a)                    

Abweichend von Abs. 1 kann der Beamte den Zeitpunkt des Antritts eines Tages des ihm zustehenden Erholungsurlaubes einmal pro Urlaubsjahr einseitig bestimmen („persönlicher Feiertag“). Der Beamte hat den Zeitpunkt spätestens drei Monate im Vorhinein schriftlich bekannt zu geben.

Dienstrechts-Novelle 2019 ab 24.04.2019

Margit POLLAK

Julia FICHTL

  

Arbeitsbelastung in Kindergärten nimmt zu

Arbeitsbelastung in Kindergärten nimmt zu

Kindergartenpädagogin und Personalvertreterin Julia Fichtl berichtet von regelmäßigen Überstunden und Eltern, die immer mehr fordern

Den ganzen Tag spielen, basteln und singen. So stellen sich viele den Beruf einer Kindergartenpädagogin vor. Die Realität ist jedoch eine andere. „Nichts, was im Kindergarten vom pädagogischen Personal an Aktivitäten angeboten wird, entspringt dem reinen Zufall“, erzählt Kindergartenpädagogin Julia Fichtl im Gespräch mit oegb.at


Oegb.at: In Wien öffnen die Kindergärten im Vergleich zu anderen Bundesländern sehr früh. Wann genau startet dein Arbeitstag?

Fichtl: Zwischen sechs und halb sieben Uhr am Morgen ist die sogenannte Bringzeit, in der sich die ersten Kinder im Kindergarten einfinden. Bis zur pädagogischen Kernzeit, ab zirka acht Uhr, werden sie in einer Sammelgruppe betreut.

Oegb.at: Wie sieht so ein ganz normaler Kindergartenalltag aus?

Fichtl: Nach einem Informationsaustausch zwischen den PädagogInnen und dem Frühstück fangen die geplanten Angebote für die Kinder an, die anhand genauer Beobachtungen und Dokumentationen des einzelnen Kindes und auch der Gruppendynamik ausgewählt werden. Diese umfassen teilweise Einzelförderung zur gezielten Steigerung der Entwicklungsprozesse, aber auch situativ gesetzte Angebote finden für die ganze Gruppe statt. Vormittags stehen auch sehr oft Bewegungseinheiten am Programm, dafür gehen wir mit den Kindern entweder in den Garten oder in den Turnsaal einer nahegelegenen Schule. Wichtig ist, dass Konzentrationsphasen und Bewegung sich abwechseln. Nach dem Mittagessen, also zirka ab 12 Uhr, beginnt dann die Ruhephase. Bereits in dieser Zeit werden die ersten Kinder von den Eltern abgeholt. Diejenigen, die den Kindergarten ganztägig besuchen, können am Nachmittag selbstständig oder miteinander spielen. Nachmittagsangebote werden weiter geführt und auch Kleingruppenförderung wird angeboten. Ab 16.30 Uhr werden die meisten Kinder abgeholt. Jene, die später abgeholt werden, kommen dann wieder in eine Sammelgruppe.

Oegb.at: Was passiert eigentlich, wenn ein Kind zum Beispiel nicht mitturnen oder lieber in den Garten möchte?
Fichtl:
Der Kindergartenbetrieb gestaltet sich seit Jahren „offen“. Das heißt, die Kinder dürfen sich in der Einrichtung frei bewegen und die Angebote aller PädagogInnen am jeweiligen Standort nutzen. Jeder Kindergarten hat ein individuelles System, mit dem die Kinder klar kennzeichnen können, wo sie sich aktuell aufhalten.

Oegb.at: Und wenn ein Kind am Nachmittag nicht schlafen möchte?
Fichtl:
Die Ruhephase ist besonders wichtig – nicht nur für jene Kinder, die den Schlaf brauchen und sich ausruhen wollen. In diesen zwei Stunden haben die Kinder, die nicht schlafen möchten, ausreichend Zeit, sich Dingen zu widmen, die ihnen Spaß machen, oder sie bekommen Einzelförderung durch gezielte Angebote oder im Freispiel. Und ganz wichtig: Während der Ruhephase lernen die Kinder, Rücksicht auf andere zu nehmen.

Oegb.at: Welche auf den ersten Blick vielleicht nicht sichtbaren Aspekte gehören noch zum Kindergarten-Alltag?

Fichtl: Nichts, was im Kindergarten vom pädagogischen Personal an Aktivitäten angeboten wird, entspringt dem reinen Zufall. In Wien wird nach einem vorgegebenen Bildungsplan gearbeitet, um auch alle Kompetenzbereiche der Kinder abzudecken. Durch die offene Arbeit im Kindergarten müssen laufend Teamsitzungen abgehalten werden, um die gruppenübergreifende Arbeit klar zu definieren. Zusätzlich dazu findet einmal im Monat nach Dienstschluss eine Abendbesprechung statt, bei der den MitarbeiterInnen die wichtigsten internen Informationen über die Entwicklungen, Vorgaben und Weisungen der Stadt Wien Kindergärten weitergegeben werden.

Oegb.at: Nehmen wir an, in einer Teamsitzung wird ein neues Angebot vorgeschlagen. Wie geht es dann weiter?
Fichtl:
Alle besprochenen Themen müssen schriftlich in einer einheitlich vorgegebenen Planung zusammengefasst werden. Diese enthält den Schwerpunkt mit einzeln aufgelisteten Angeboten, Zielen und einer didaktischen Begründung, warum das für die Kindergruppe geeignet ist. Auch jeder Elternabend, jede Elternaktivität und jedes Fest muss einzeln schriftlich geplant werden.

Oegb.at: Damit ist aber die Arbeit der PädagogInnen noch nicht erledigt, oder?
Fichtl:
Nein, nach Abschluss eines Projekts muss es schriftlich reflektiert werden. Die Pädagogin muss im Alltag gezielte Beobachtungen des sozialen Gruppengefüges sowie Einzelbeobachtungen machen. Diese fließen dann in die Reflexion ein und dokumentieren die Rückschlüsse über wichtige Entwicklungsprozesse beim Kind. Zudem müssen Erhebungen der Sprachkompetenz sowie individualisierte Entwicklungsbegleitung für Kinder angefertigt werden, um die Förderungen dementsprechend anpassen zu können.

Oegb.at: Das klingt nach sehr viel Bürokratie. Was sind die größten Herausforderungen in ihrer Arbeit?
Fichtl:
Durch die vielen schriftlichen Dokumentationen, die mit den Jahren zusätzlich vorgegeben wurden, reicht die Vorbereitungszeit der PädagogInnen kaum noch aus und sie müssen einiges an Arbeit in die Freizeit verlagern. Das führt wiederrum dazu, dass immer weniger Zeit für Erholung bleibt und verursacht zunehmend Stress. Hinzukommt, dass Eltern wollen, dass ihr Kind optimal für die Schule vorbereitet ist und immer mehr vom Kindergarten fordern.

Oegb.at: Das klingt nach Personalmangel…
Fichtl:
An fast allen Standorten herrscht Personalmangel (Anmerkung der Redaktion: ca. 360 Stadt Wien Kindergärten gibt es). Aus diesem Grund müssen Zusatzarbeiten übernommen werden. Damit der Dienstbetrieb aufrechterhalten werden kann, sind regelmäßige Überstunden keine Seltenheit. Der Druck und die Anforderungen steigen immer mehr und die Folge davon ist, dass viele MitarbeiterInnen wegbrechen.

Oegb.at: Wie kann die aktuelle Situation für KindergartenpädagogInnen verbessert werden?
Fichtl:
Alternsgerechte Arbeitszeitmodelle wären eine große Erleichterung für viele MitarbeiterInnen. Auch wenn es in den Stadt Wien Kindergärten schon GesundheitslotsInnen für die KollegInnen gibt, brauchen wir mehr gesundheitsfördernde Angebote. Stressprävention, Entspannungstechniken und natürlich Entlastung durch zusätzliches Personal sind nur einige Punkte, die unbedingt notwendig sind, um die PädagogInnen als wertvolle MitarbeiterInnen zu halten.

Margit POLLAK

Julia FICHTL

Deine GesundheitslotsInnen bei den Stadt Wien Kindergärten

Eine Initiative der younion-die Daseinsgewerkschaft in Kooperation mit der Stadt Wien Kindergärten

Die GesundheitslotInnen sind die AnsprechpartnerInnen für die betriebliche Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz, jedoch keine Therapeuten. Wir sind eine Schnittstelle zur Dienstgeberin, zur Personalvertretung und zur younion, zu den Behindertenvertrauenenspersonen, den Präventivdiensten (Sicherheitskräfte, Arbeitsmedizin, Arbeitspsychologie) und externe ExpertInnen.

Unsere Themenschwerpunkte:

Stress, Coaching, Ergonomie, Lärm, Burn Out, Förderungen und Gleichstellung, Mobbing, Konflikt und Bedienstetenschutz.

Tätigkeitsfeld der GesundheitslotsInnen:

  • Einbindung bei der Planung von Gesundheitsförderungsprojekten,
  • Informieren der ArbeitnehmerInnen sowie Beratung und Unterstützung,
  • Zusammenarbeit mit Präventivdiensten und Sicherheitsvertrauenspersonen,
  • Mitgestaltung bei allen Fragen der Erhaltung und Förderung der Gesundheit am Arbeitsplatz,
  • Planung und Mitwirkung bei der Ermittlung und Beurteilung von Gefahren und Festlegung der Maßnahmen in Bezug auf Gesundheitsaspekte,

Ziel ist die Stärkung des Gesundheitsbewusstseins unserer Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter. Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Die drei Säulen der Gesundheit

–Bewegung, Ernährung und seelisches Wohlbefinden-

stellen das wertvollste Gut des Menschen dar.

Nähere Informationen dazu erhalten Sie bei Ihrer Personalvertretung.

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